172
dern ſind die Tigrenſer, welche Tellez als wankelmuͤthig, treulos und grauſam characteriſirt.
Nicht minder als durch Guͤter des Geiſtes, zeich⸗ nen ſich die Habeſſinier durch korperlich ſchoͤne Ge⸗ ſtalt aus. Sie haben nach Tel lez eine proportionirte Laͤnge, einen freien Blick, nicht(wie die uͤbrigen Aethiopier) aufgeworfene Lippen und eine Affennaſe, und ſind groͤßtentheils ſchwarz oder dunkelbraun, auf welche Farben ſie ſich viel zu Gute thun. Einige von ihnen ſind roͤthlich— wenige weiß.— Wenn es heißt, daß in Aethiopien auch weiße Menſchen getroffen werden, ſo ſind dieſe vielmehr ſolche, die ein ganz todtenfarbiges und dabei ausſaͤtziges Ange⸗ ſicht haben, was wahrſcheinlich von einer Krankheit kommt. Deßwegen ſliehen auch die uͤbrigen Aethio⸗ pier ſorgfaͤltig den Athem und die Beruͤhrung ſolcher krankhaften Menſchen als anſteckend.
Die koͤrperliche Staͤrke und Gewandtheit der
Habeſſinier iſt ebenfalls ausgezeichnet. Sie ſind wegen
des herrlichen Temperatur⸗Zuſtandes der Luft aͤußerſt lebendig, ausdauernd in Arbeiten, fertig und gewandt in Ueberſteigung ihrer Felſen, und die meiſten errei⸗
chen ein ſehr hohes Alter, wenn nicht Krieg oder
wilde Thiere ſie fruͤh dem Tode uͤberliefern. Nicht weniger kraͤftig ſind die Frauen, welche, was ſchon
die große Anzahl der Habeſſinier beweiſet, nichts we⸗ niger als unfruchtbar ſind. Ohne Muͤhe und ſonder⸗
——


