Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſchaffen, als ſelbſt das Gold, nach welchem die Men⸗ ſchen ſo gierig ringen und trachten. Dieſe Fluͤſſe ſind Folgen des langen Winterregens. Das Waſſer ſammelt ſich in unterirdiſchen Hoͤhlen und Felſen⸗ kluͤften, bis es einen Durchgang findet, oder ſich er⸗ bricht, daher auch in jenen Gegenden, wo ſelten Regen faͤllt, faſt gar keine Fluͤſſe ſind.

Unter allen Stroͤmen Habeſſiniens, ja wohl der Erde, zeichnet ſich offenbar der Nil durch die Laͤnge ſeines Laufes, durch die Menge ſeines Waſſers und deſſen Suͤßigkeit, Heilſamkeit und Fruchtbarkeit aus. Die Habeſſmier heißen ihn Abawi Vater, gleichſam Vater der Fluͤſſe und die Aethiopier uͤberhaupt, Gejon.

Jahrtauſende war der Urſprung dieſes merkwuͤr⸗

digen Fluſſes unbekannt, und vergebens waren alls

Anſtrengungen, alle Verſuche, des Niles Quellen zu finden, unnütz und falſch alle Muthmaßungen, nach welchen man ſie in das Paradies des erſten Menſchen⸗ Paares, oder gar in die Gebirge des Mondes verſetzte,

bis endlich die Portugieſen das große Raͤthſel loͤſten,

und auf ihren Reiſen nach Habeſſinien die beiden roͤthlichen und ſehr tiefen Quellen des Nils auf einer kleinen Anhoͤhe an einer ſumpfigen Gegend fanden, und zwar im weſtlichen Theile des Reiches Gojame in der Provinz Sabala.

Er fließt von ſeiner Quelle, nachdem er mehrere Gewaͤſſer an ſich gezogen hat, durch den See Tzana,