139 Eingeborne, ſondern aus dem gluͤcklichen Arabien im grauen Alterthume nach Afrika eingewandert.
Dafuͤr, daß die Habeſſinier ehemals in Arabien einheimiſch waren, ſtehen ſowohl die Zeugniſſe der
aͤlteſten Geographen, als auch ihre, mit der Arabiſchen
ſehr verwandte Sprache, mehrere Gebraͤuche, die ſie mit den Arabern gemein haben, wie z. B. die Be⸗ ſchneidung, die natuͤrliche Beſchaffenheit ihres Geiſtes, ihre Geſtalt und ihre Zuͤge des Geſichtes, worin ſie ſich mehr den Arabern naͤhern; ferner der Umſtand, daß Kaiſer Severus die Habeſſinier den uͤber⸗ wundenen arabiſchen Voͤlkern anreihte. Die ihres eigentlichen Namens unkundigen Griechen nennen ſie Axumiten, von ihrer Hauptſtadt Ax uma; an⸗ dere verwechſeln ſie mit den alten Homeriten; noch andere mit den benachbarten Nubiern, und viele aͤltere Geſchichtſchreiber nennen ſie Indier, wie alle Voͤlker der heißen Zone, deren eigentliche Namen ſie nicht wiſſen. Im vorigen Jahrhundert kannte man ſie noch nicht einmal in Portugall: denn Damian von Goͤtz nennt den Koͤnig von Habeſſinien den großen Kaiſer der Indier.
Dieſe Ungewißheit, in Beziehung auf den Namen dieſes Volkes, hat in ſeiner Geſchichte ſchon viele Irrungen veranlaßt, indem man vieles den Habeſ⸗ Kiniern beilegte, was auf andere Voͤlker Bezug hatte, und ſo umgekehrt.— Als in Rom die erſten


