Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

365

Ackerbau verſtehen, oder in den Haͤnden einiger Grie⸗ chen, die den Muth nicht haben duͤrfen, reich zu ſeyn! Wie koͤnnte das Land noch kultivirt, und die Induſtrie in demſelben gehoben werden! Als die Venetianer die Inſel noch beſaßen, fuͤhrte ſie Korn aus; jetzt laͤßt ſie es nach Kanea in ganzen Laſten bringen. Und wer traͤgt davon die Schuld? Einzig die tyranniſche Beſchaffenheit der Regierung. Die fruchtbarſten Land⸗ ſtriche ſind unbebaut, die ſchoͤnen und vortrefflichen Seehaͤfen zu Palio⸗Caſtro, Cap Salomon, Spina longa, Suda, Grabuſa, welche die Na⸗ tur an der noͤrdlichen, oͤſtlichen und weſtlichen Seite der Inſel bildete, ſind verwahrloſet, und werden ihre Beſtimmung, in alle Welttheile, nach Europa⸗ Aſien und Afrika Schiffe zu befrachten, nur erſt unter einer guten Regierung, nie aber unter dem Scepter der Barbaren erfuͤllen. 8 Ie

Savary begab ſich nach einem langen Aufent⸗ halte auf Kreta, in Geſellſchaft des aͤltenen Sohnes vom franzoͤſiſchen Viceconſul in Argentiera, Herrn Breſt und zweier nach Konſtant inopel reiſender Handelsleute, auf einen Kuͤſtenfahrer, der kaum fuͤnf⸗ zehn Schuhe lang und fuͤnf breit war⸗ und keinen Raum zwiſchen dem Verdecke hatte. Dieſer Schiffe giebt es viele, und es iſt gefaͤhrlich und unbegquem auf ihnen zu reiſen, weil man meiſtens der Sonne und dem Wetter ausgeſetzt iſt, und ein leichter Windſtoß dieſelben umwerfen, oder doch wenigſtens mit einer