Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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belaͤuft ſich etwa auf 200,000. Alle dieſe gruͤnden ihren Wohlſtand auf den Ruin der Griechen. Die Juden ſind nicht zahlreich, und es giebt ihrer daſelbſt nicht uͤber 200. Die ganze Bevoͤlkerung betraͤgt ſonach 380,200 Seelen, auf einer Inſel von 250 Meilen im Umkreiſe. Und iſt dieſe Zahl nicht Beweis einer ſchlechten Re⸗ gierung 8 Einſt hatte Kreta hundert Staͤdte, und manche derſelben dreißig tauſend Bewohner, außerdem noch viele Doͤrfer und Flecken, vielleicht uͤber eine Million Einwohner. Noch zur Zeit der Venetianer zaͤhlte man 99s Doͤrfer, und wo ſind dieſe jetzt? An⸗ genommen, daß viele Kandioten durch lange Kriege mit ihren Zwingherren und durch Peſt, welche ihnen zugefuͤhrt wurde, zu Grunde gingen, wie viel hat dann doch noch der Deſpotismus geſchlachtet?

Wwohl haben die Tuͤrken die Unteriochten bei der freien Ausuͤbung der Religion gelaſſen; allein ohne um theures Geld erkaufte Erlaubniß geſtattet umn den Armen keine Reparatur in ihren Bethaͤufern, und ſo zerfallen ſelbſt dieſe. Die zwoͤlf Biſchoͤfe der Inſel und der Erzbiſchof von Gortyna, der zu Kandia ſeinen Sitz hat, haben gegen die Frechheit der Unter⸗ drücker zu wenig Anſehn, um mit Erfolg wirken zu können. So aber laüft alles dem Untergange zu.

Wite betraͤchtlich koͤnnte der Handel ſeyn, zu Folge tbres Produkten⸗Reichthums, wenn er nicht in den Haͤnden der Tuͤrken waͤre, die nichrs von Kuͤnſten und