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uns dem Lande, wo er ſo froh war, befreunden kann; ſo will ich denſelben nicht mit Stillſchweigen uͤber⸗ gehen, und ihn groͤßtentheils mit Savary's eigenen Worten mittheilen, beſonders da er uns einen Theil des Landes kennen lehrt, von dem bisher nicht die Rede war.
Von Kanea an dem Seeufer auf der ſüdweſtli⸗ chen Seite laͤßt man rechts das Lazareth, einen im Meere ſtehenden Felſen, liegen. Hier hielten ehe⸗ mals die Venetianer die Schiffe zur Quarantaine an. Eine Meile davon iſt der Felſen des h. Theodor, den einſt die Ottomanen bei der Belagerung der Stadt vertbeidigten. Dieſe Inſel und die, welche das Lazareth heißt, wurden einſt Leukes genannt, und ſind wegen des fabelhaften Streites der Sire⸗ nen mit den Muſen beruͤhmt. 7
Geht man an dem Meerbuſen fort, ſo ſieht man gegen Weſt eine lange Bergreihe, die endlich ſpitzig auslaͤuft und das Cap Spada, einſt Dietynna, bildet. Dieſes iſt ein Arm von den weißen Ber⸗ gen, von Strabo einſt Korykus genannt. Nun naͤhert man ſich dem Fluſſe Platania und dem Walde gleiches Namens, drei Meilen hinter Kanea. Weſtwaͤrts hat man die See und Berge, gegen Oſt dickes Gebuͤſche. Zwiſchen dem Seeufer und dem Walde iſt der Boden ſandig, eine Viertels⸗Meile breit, und hat von einer Seite zur andern Lorber⸗ Roſen⸗Gebuͤſche. Nichts friſcheres laͤßt ſich denken,
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