Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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als das helle Gruͤne ihres Laubwerkes; nichts ſchoͤne⸗ res, als ihre purpurrothen Blumen. Brennt hier den Bewunderer der Natur die Sonne, ſo tritt er etwas weiter in einen ſchattigen Ahornwald, deſſen meiſte Baͤume ſiebenzig Schuhe hoch ſind, ſtark wie unſre Ulmen, und nicht minder edel am Wuchſe. Um jeden dieſer gegen Sturm und Wetter feſt zufammen hal⸗ tenden Baͤume ſind Weinſtoͤcke gepflanzt, deren Reben vier Zoll im Durchſchnitte halten, und gleich den Tauen, welche die Schiffs⸗Maſten feſt halten, in die Hoͤhe ſteigen. Ein jeder dieſer Baͤume iſt eine Laube, die ſelten einen Sonnenſtrahl eindringen laͤßt. Unter einer ſolchen Laube ſitzend, ſieht der Reiſende uͤber ſeinem Haupte Weintrauben bisweilen von zwei Fuß in der Laͤnge, und von den verſchiedenſten Farben prangen, die zwar ſpaͤter als die auf den ſonnigen Huͤgelruͤcken reifen, aber einen vortrefflichen Geſchmack haben. Und unter dieſem Schatten, wo man ſo froh ſeyn kann, freuen ſich mit dem Reiſenden Nachtigalle, Grasmuͤcken, Stieglitze und Amſeln, ungeſtoͤrt der Liebe pfiegend, und in voller Freiheit des Lebens ihre melodiſchen Lieder ſingend, die das Echo wiederholt. An dem Nande dieſes herrlichen Gehoͤlzes laͤuft der Fluß PNlatania. Er iſt nicht tief, aber ſeine Wellen ſind ſpiegelklar. Das Laub des Ahorns und die Trauben malen ſich auf ſeiner Kryftallflaͤche⸗ Stellenweiſe ſind ſeine Ufer mit Baͤumen bepflanzt. Still murmelnd ſchleicht er unter der dicken und ihn