Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Kaͤlte wird in den Ebenen in ihrer Strenge nicht geſpuͤrt. Vom Monate Maͤrz bis zum Monate No⸗ vember war Savary's Thermometer ſtets vom 20. bis zum 27. Grade uͤber dem Gefrierpunkte veraͤndert. In den heißen Sommertagen wird die Atmoſphaͤre durch Seewinde gekuͤhlt. Der eigentliche Winter beginnt erſt im Dezember, und im Januar hoͤrt er ſchon wieder auf; er bringt ſelten Schnee und Eis in den Ebenen, nur haͤufig Regen und wolkenreichen Himmel. Vom Februar an ſchmuͤckt ſich die Erde mit Blumen und Fruͤchten. Dann iſt der Himmel beſtaͤndig heiter und klar. Die Winde ſind gelinde und gemaͤßigt; die Naͤchte ſchoͤn und lau. Zu dieſen Annehmlichkeiten des Klima's geſellen ſich noch andere Vortheile. Die Inſel Kreta hat faſt gar keine Suͤmpfe: denn alle Gewaͤſſer kommen von den Hoͤhen berab, und wandern in das Meer. Dazu haben alle Baͤche und Fluͤſſe einen ſchnellen Lauf. Deßwegen koͤnnen die Inſekten ihre Eier nicht in dieſelben legen. Kreta iſt daher frei von den unzaͤhligen Muͤcken⸗ ſchwaͤrmen anderer Gegenden und von boͤſen Marem⸗ maduͤnſten. Kreta's Berge und Huͤgelruͤcken tragen die verſchiedenſten Pflanzen, duftenden Thymian, Sa⸗ turey, wilden Quendel, ſtarkriechende Ciſtenroſen. Morthen und Lorbeer umſaumen die Baͤche der Thaͤ⸗ ler. In den Ebenen bluͤhen Pomeranzen⸗, Citronen⸗ und Mandel⸗Baͤume, Jesmine und Veilchen. Ganze Strecken ſind mit Safran bewa hſen. Der lieblich