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einem ſtarken und breiten in Felſen gehauenen Gra⸗ ben beſchuͤtzt wird. Sie hat nur ein einzigs Thor, welches von einem Halbmonde gedeckt iſt. Dieſer iſt das einzige Außenwerk. Gegen die Seeſeite iſt die Stadt beſſer befeſtigt. Kanea iſt uͤberhaupt auf eine gute Art durchſchnitten. Die Straßen ſind nach der Schnur gezogen, und die großen Plaͤtze mit Fontaͤnen geziert. Dennoch hat ſie keine anſehnlichen Gebaͤude und die meiſten ſind nur ein Stockwerk hoch, ſo ge⸗ baut, daß man uͤber Stufen zu dem Eingange ſteigen muß. Die Haͤuſer nach dem Hafen haben Gallerien, und gewaͤhren eine ſchoͤne Ausſicht auf den durch die Vorgebirge Melek und Spada formirten Buſen. Die Einwohnerſchaft zaͤhlt 48000 Seelen.
Die Tuͤrken auf Kandia— ich will hier nach Savary's Vorgange einige allgemeite Bemerkungen aͤber dieſe Inſel einſchalten— ſind den Befehlen des Sultans nicht ſo ſehr, wie die in andern Provinzen des Reichs unterworfen. Die Luft der Inſel macht ſie in gewiſſer Art etwas republikaniſch. Von ihrer Geburt an Janitſcharen, beugen ſie ihren Nacken nicht immer gegen die Gewalt des Paſcha, und ſie ſind leicht zum Aufruhre gereizt. Savary war mehrmals Augenzeuge von ſolchen Ausſchweifungen der Tuͤrken, die, durch eine Ungerechtigkeit des Paſcha's veranlaßt, mit aller Grauſamkeit vollzogen wurden.— Die Luft auf Kandia iſt ſehr geſund und angenehm gemaͤßigt. Die Hitze erreicht nie den hoͤchſten Grad, und die


