345
Garten mit Pomeranzen⸗Baͤumen. Die Mahlzeit ſelbſt war feſtlich, und der Jude wendete wirklich viel auf ſeine Gaͤſte, zwei gefuͤllte Laͤmmer, drei Piphaͤhne, ſechs Rebhuͤhner, ſechs junge Huͤhner, ein Dutzend Wachteln, Fruͤchte, Konfituren, Backwerk pon Man⸗ deln und Piſtacien, und noch eine Menge anderer Leckerbiſſen. Zudem hatte er einen Geſetz⸗Wein oder Koſcher⸗Wein, der vortrefflich war. Alles mundete aber auch den Reiſenden nach dem zuruͤckgelegten ſtei⸗ len Gebirgszuge vorzuͤglich. Waͤhrend der Mahlzeit ſpielte ein herbeigerufener Tuͤrke, der keine Note kannte, und nur aus der Phantaſie feine Kunſt betrieb, ſehr anmuthig auf einer Violine, und ſein Spiel war bald entzuͤckend, bald auch tiefes Gefuͤhl erweckend. Gegen Mitternacht begab man ſich zur Ruhe in ſehr nette Gemaͤcher, wo die weichen Betten reichlich erquickten.
Retimo iſt das alte Rhitymnia des Geogra⸗ phen Stephau, das Rhitymna des Ptolo⸗ maͤus. Die Stadt iſt artig, und liegt im Anfange einer durchaus fruchtbaren Ebene. Die Zahl der Ein⸗ wohner belauft ſich ohngefaͤhr auf ſechstauſend. Sie dat eine Citadelle; allein ſie gewaͤhrt wenig Schutz, da ſie von einem hohen Berge tuͤchtig beſtrichen wer⸗ den kann. Der faſt ganz verſtopfte Hafen kann nur Barken faſſen, koͤnnte aber wohl zur Aufnahme groͤ⸗ ßerer Schiffe hergerichtet werden, wenn die Faulheit der Tuͤrken es zuließe. Die Herſtellung des Hafens


