Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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arbeiten im Archipel, von ihren Knaben begleitet, Handel trieben.

Der Kaſiote ſelbſt, der weder ein niedertraͤchti⸗ ger Sklave, noch ein Speichellecker iſt, erroͤthet nie vor ſeinem Nebenmenſchen: denn er kennt in ſeiner Republik kein Laſter; nur die Zufriedenheit und Thaͤ⸗ tigkeit, als die Grundſaͤulen ihres Fortbeſtehens. Dieſer gerade Sinn des Kiſioten aber iſt es auch, der ihm das Herz ſeiner Kaſiotin ſo ganz zuwendet, daß ſie mit ihm gehen kann in Grab und Tod.— O daß auf eine Inſel, wie Kaſos iſt, nie ein Kadi, nie ein Muteweli, nie ein Paſcha kommen, und den Charakter dieſer gluͤcklichen Griechen, ihren Edelſinn und ihre Freiheit zu Grabe tragen moͤchte!

Nach achttaͤgigem Aufenthalt auf dieſem ſeligen Eilande ward die Reiſe mit guͤnſtigem Winde nach Standia in einem Tage vollzogen. Dia iſt vier Meilen von Kandia entfernt, und ganz unfruchtbar. Es hat daſelbſt weder Dorf noch Einwohner. Nie⸗ driges Gebuͤſch bekleidet die Felſen, und dient den wilden Ziegen, deren es viele giebt, zur Nahrung. Stathia hat indeſſen doch drei Haͤfen, wo die nach Kandia laufenden Schiffe anlanden koͤnnen. Weil es Sturmwetter war, ſo hielt der Zantiote ſich auf Standia, und ſegelte erſt den vierten Tag nach Kandia, nachdem er von Alerandrien bis dahin volle zwei Monate zugebracht hatte.