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Meer zu wagen. Waͤre die Kuͤſte bewohnt, bewaldet oder ſonſt anmuthig geweſen; ſo haͤtte die Fahrt ge⸗ wiß auch gefallen. Aber hier ſah das Auge nur Fel⸗ ſen und verbranntes Gras in den Spalten derſelben, und auch keine Spur mehr von den ſchattigen lyki⸗ ſchen Hainen, worin einſt, nach dem roͤmiſchen Dich⸗ ter Horaz, Apollo ſo gerne verweilte. Dieſe Waͤlder ſind alle verkauft. So reiſte man ſiebenzehn Tage lang. Da aber die Lebensmittel auf dem Schiffe ein Ende zu nehmen ſchienen, ſo ſehnte man ſich nach Rhodus, deſſen Gebirge man auch endlich gewahr wurde. Das Einzige, was auf dieſer Fahrt unſerem Reiſenden einiges Vergnügen machte, war ein Zug blendend weißer Schwaͤne, die der Winter aus den noͤrdlichen Laͤndern uͤber dieſe Fluthen in waͤrmere Gegenden trieb, und die eben ſo geordnet flogen, wie die Kraniche zu thun pflegen, in einem Dreiecke naͤm⸗ lich, wovon der ſchaͤrfſte Winkel die Spitze des ganzen Schwarmes bildete.— Jetzt ſah man Rhodus ganz. In der Geſtalt eines Amphitheaters zogen ſich Huͤgel umher, und endigten in einem hohen Berge.— Man hoffte noch vor Abends in den Hafen zu gelangen; allein der Wind ſetzte um, und noͤthigte das Schiff zu laviren. Dadurch entfernte ſich der Zantiote zu weit wieder von der Inſel, und er ſah ſich endlich genoͤthigt, zum zweiten Male an die aſiatiſche Kuͤſte zu ſteuern, und ſeine Zuflucht vor dem hemmenden Weſtwinde in dem Meerbuſen Macri zu nehmen. 49ſtes B. Griechenland. II, 3. 6


