Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Franken Mierhe, und eine junge Braut, die einen Oelbaum und eine Ziege zur Ausſteuer bekommt, gilt fuͤr reich.

Doch— die Einwohner von Caſtello haben faule Nachbarn, und das erſetzt ihren Mangel. Denn kommt die Erntezeit herbei, ſo ziehen ſie nach Kara⸗ manien, und beſorgen fuͤr die Tuͤrken das Ernte⸗ Geſchaͤft. So bringen ſie Korn, Wein und anderen Lebensbedarf nach Hauſe. Außerdem ſind ſie See⸗ leute, deren meiſte einen Holzhandel treiben. Dieſes Holz kaufen ſie wohlfeil ein, und verkaufen es dann theuer in Alexandrien. Auch hilft der Fiſchfang ihren Beduͤrfniſſen etwas ab. Uebrigens lebt man auf orientaliſche Weiſe; man ißt auf dem Boden des Zimmers, trinkt aus einem gemeinſchaftlichen Becher, und raucht ſeinen Tabak.

Von Caſtello roſſo machte Sawary einen Ausflug auf das nahe feſte Land Pataraͤ, um ſchoͤne Ruinen aus alter Zeit zu ſehen. Dieſe Ruinen, un⸗ ter denen ſich beſonders ein großes und ſchoͤnes Am⸗ phiteater befand, moͤgen wohl von dem alten aus Strabo und Pomponius Mela beruͤhmten, durch Erdbeben zerſtoͤrten Patara noch Ueberbleibſel ſeyn. Sie liegen oöͤſtlich von Caſtello roſſo au einem Buſen, der wahrſcheinlich einſt Phoͤnikunt hieß.

Aus dem Hafen von Caſtello roſſo ſegelte der Zantiote an der Kůſte hin, ohne ſich auf das hohe