Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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wo der kleine Flecken gleiches Namens auf einem Felſen liegt, deſſen Spitze eine tuͤrkiſche Schanze traͤgt, zum Schrecken der Korſaren. Der Raum, welchen der Flecken einnimmt, iſt theils vom Meere, theils durch einen rauhen, 300 Fuß hohen Berg beengt. Savary beſtieg dieſen Berg und fand oben eine große Ebene, eine armſelige Kapelle, gegen Weſt und Suͤd eine offene Ausſicht in das mittellaͤndiſche Meer, uͤbrigens aber den Horizont von dem hohen Bergruͤcken des Taurus begrenzt. In dem Flecken ſelbſt glaubt man ſich in einen Trichter verſetzt: ſo iſt er von ſtei⸗ len Felſenwaͤnden umgeben, ſo iſt ihm die Ausſicht nach dem Himmel benommen. Die Felſen ſelbſt ſind ohne Gruͤn, und werfen die Strahlen der Sonne ſo blendend zuruͤck, daß die Augen wehe thun. Wenn ja an dem Rande dieſer ſteiten Abhaͤnge etwas waͤchſt, ſo ſind es nur Dornen, oder zwiebelartige Pflanzen⸗ Produkte. Caſtello iſt uͤberhaupt das Bild einer ewigen Unfruchtbarkeit, und man kann ſich folglich leicht denken, wie hart das Loos der hier wohnenden Griechen ſeyn mag. Sie koͤnnen weder ſaͤen noch ernten. Da gedeiht kein Gemuͤſe, keine Frucht und kein Korn. Das Einzige, was ſie beſitzen, ſind Zieger, die an den Felſen umherklettern, und einige wenige Olivenbaͤume. Auch haben ſie nur eine einzige Quelle, aus welcher ſelbſt mit Gefahr des Lebens das Waſſer in die Wohnungen getragen wird. Das ſchoͤnſte Haus in Caſtello roſſo koſtet das Jahr kaum zwoͤlf