280 chen am Fuße des Berges Capreſſo ſind die Ein⸗ gaͤnge von angehaͤuften Bruchſtuͤcken ſo uͤberfuͤllt, daß man nur mit großer Muͤhe durchdringen kann. Einige unſerer Begleiter konnten gar nicht folgen, und ich kam uͤberall zerſtoßen und verwundet zuruͤck. An einem dieſer Steinbruͤche ſieht man ein altes Bas⸗ Relief im Marmor⸗Blocke ſelbſt. Es ſtellt eine Art von Bachanal vor; Nymphen tanzen mit einem Bac⸗ chus oder Silen; die Inſchrift heißt:„Adamas, Odryſes,“ den Nymphen des Landes. Der nahe Hafen Nauſſa liegt in der Mitte der Cyeladen, welche er beſchuͤtzen kann; er iſt wegen ſeiner Geſtalt leicht zu vertheidigen, und die Inſel bietet zur Unter⸗ haltung der Truppen alle Unterſtuͤtzung dar, weßwegen die Ruſſen ſo viele Werke anlegten. Das Dorf Nauſſa iſt ſehr klein, aber man hatte Kaſernen von einem betraͤchtlichen Umfaͤnge angelegt, in wel⸗ chen 4000 regulirte Ruſſen, 1000 Matroſen, 12,000 Albaneſer und 3000 Griechen einquartirt waren. Die Ruſſen konnten aber die Hitze eines von dem ihrigen ſo verſchiedenen Klima's nicht vertragen, und ſtarben ſehr zahlreich, obgleich die Befehlshaber alles aufbo⸗ ten, die Seuche zu beſchraͤnken.
Die Hoͤhle von Antiparos, welche Tourne⸗ fort ſo wahrheitswidrig ſchilderte, war keine 250 Fuß tief. Daher keinen meiner 30 Begleiter eine Bangigkeit oder Muthloſigkeit anwandelte, ungeach⸗ tet wir alle uns an einem einzigen Seile binab rutſchen


