279
Levante gefundenen Inſchriften aus Smyrma, aber der reiche und liberale Parlamentsrath v. Peirese zu Airy hatte es entdeckt. Deſſen Commiſſionaire wollten es im Hafen von Smyrna einacken laſſen, als ſeine Feinde oder Glaͤubiger ihn gefangen nehmen ließen. Die Marmore geriethen nach England, ohne daß er ſelbſt es wußte. Nach einiger Zeit erhielt er den Kommentar ſeines Freundes Selden uͤber die Marmor⸗Tafeln Arundel's. Obſchon er bis dahin noch immer mit Ungeduld auf die Marmore gewartet, und ſie aus den Addruͤcken ſogleich erkannt hatte, ſo beklagte er doch nicht mehr ihren Verluſt, ſobald er den guten Gebrauch ſah, welchen England von den⸗ ſelben gemacht hatte. Denn er liebte die Kuͤnſte an ſich, freute ſich ihrer in allen Fortſchritten, und be⸗ nutzte ſie zu ſeiner eigenen Bildung, nicht um gegen Andere zu prahlen.
Der Marmor von Paros war bei den Alten ſo hoch geſchaͤtzt, daß er zu den vornehmſten Tempeln und Denkmaͤlern in ganz Griechenland benutzt wurde. Deſſen ungeachtet verdiente er dieſe Auszeichnung nicht: er hat zwar einen Glanz und Schimmer, durch welchen die Schoͤnheit eines Gebaͤudes gehoben werden kann, aber er hauͤlt die feine Bearbeitung eines zarten Meiſels nicht aus. Er blaͤttert ſich zu leicht, und taͤuſcht die Abſicht des Kuͤnſtlers, deßwegen haben die Bildhauer jenen des Berges Pentheli bei Athen immer vorgezogen. In den zwei groͤßten Steinbruͤ⸗


