268
Bruͤcke zuſammen, von welcher noch Spuren uͤbrig ſind. Dieſe Bruͤcke diente zugleich, das Waſſer einer reichhaltigen Quelle an den Tempel zu befoͤrdern, welches durch eine andere Leitung uͤber eine Stunde hergebracht war. Vom Dempel iſt nur noch die Dhuͤre uͤbrig, welche aus 2 ungeheuern Marmor⸗Bloͤcken beſteht; er war 84 Fuß lang und s0 breit. Die Frau⸗ enzimmer dafelbſt kleiden ſich in ſchwarzen Sammet in einem erkuͤnſtelten Vierecke. Ein bloßer Flor ver⸗ büllt den Buſen der Griechinnen von Smorna; aber die ſtrengen Naxiottinnen vertheidigen ihn durch ein Mieder von Sammet mit Stickerei und kleinen Perlen uͤberdeckt. Von hinten dreht ſich eine Art von Fiſchbeinrock um ihre Huͤften. Ungeachtet dieſes ſchrecklichen Anzuges ſind ſie doch im hoͤchſten Grade kokett. Sie legen Roth auf ihre Wangen, ſchwaͤrzen ſich die Augenlieder und Augenbraunen, und bedecken das Geſicht noch mit Schoͤnpflaͤſterchen. Dazu bedie⸗ nen ſie ſich der Blaͤtter eines ſchwarzen und glaͤnzen⸗ den Talkſteines, welcher in ihrer Inſel gefunden wird. Allein dieſe Pflaͤſterchen baben keine beſtimmte Form, ſondern der veraͤnderliche Geſchmack beſtimmt auch ihre wechſelnden Geſtalten; bald ſind ſie Dreiecke, bald Sterne. Ein ſolcher Halbmond, zwiſchen die Augen gelegt, ſcheint ihnen das unwiderſtehlichſte Verfuͤhrungs⸗Mittel zur Liebe zu ſeyn.
Die Frauenzimmer von Tine aber bhaben das ſchoͤnſte Ebenmaß in den Formen, Regelmaͤßigkeit in


