Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Alterthuͤmer giebt es zu Naxos nicht; dafur wird man durch herrliche, von ſehr vielen Baͤchen bewaͤſſerte Thaͤler und Haine von Orangen⸗, Feigen⸗ und Granataͤpfel⸗Baͤumen, durch hoͤchſt fruchtbaren Boden, durch viel Vieh und Wild, durch uͤberfuͤtſiges Korn, Oel, Wein, Feigen und Seide reichlich ent⸗ ſchaͤdigt. Wegen dieſer vielen Vorzuͤge wurde die Inſel von den Alten das kleine Sizilien genannt, und von griechiſchen und lateiniſchen Dichtern bhe⸗ ſungen. Der Wein, welchen Athenaͤus zum Nektar der Goͤtter erhob, iſt ſo delikat, daß er nicht einmal auf die naͤchten Inſeln verfuͤhrt werden kann. Na⸗ ros iſt durch ihre gluͤckliche Lage fuͤr die Unterdruͤck⸗ ung entſchaͤdigt, obſchon nur kleine Fahrzeuge ihren Ueberfluß auf andere Inſeln bringen und keine große Schiffe anfahren koͤnnen. Man zaͤhlt 6000 Einwohner, von welchen 1290 katholiſch ſeyn moͤgen. Es giebt einige Nonnen⸗ und ein Kaputinerkloſter daſelbſt; ehemals auch ein Jeſuiten⸗Hoſpiz, welche in weltli⸗ chem Anzuge noch daſelbſt fortwirken. Die Katholiken baben einen Erzbiſchof, wie die Griechen, aber von maͤßigen Einkuͤnften, obſchon die geiſtliche Herrſchaft deſſelben ſich uͤber alle Cyeladen verbreitet. Die ganze Inſel zahlt dem Kapitain Paſcha ohngefaͤhr zehn Beutel.

Auf der rechten Seite des Hafens von Naxia iſt eine Klippe, auf welcher der Baechus Tempel ſtand. Sie hing mit der Inſel Naxos durch eine