Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Wellen begraben worden; und das praͤchtige Cyſicon hinterließ kaum Spuren ſeiner Truͤmmer. Naxos erinnert noch an Bacchaus Aufenthalt und Wohl⸗ thaten: ihm waren deſſen Einwohner mehr als ir⸗

gendwo ergeben. Sie machten ſogar den Hoͤhlen von Nyſa und dem Berge Meros die Ehre ſtreitig, ſeine Kindheit beſchuͤtzt zu haben. Hier ſoll er auch die verlaſſene Ariadnee angetroffen, und mit der Unſterblichkeit beguͤnſtigt haben.

Naxos war, wie die uͤbrigen Inſeln des Aegaͤi⸗ ſchen Meeres, bald frei, bald den Athenern unter⸗ worfen, bald wurde dieſe Inſel von den Perſern ge⸗ pluͤndert, deren erſte Anfalle an der Tapferkeit der Einwohner ſcheiterten. Sie wurde gleichzeitig mit dem uͤbrigen Griechenland von den Roͤmern unter⸗ jocht. M axre Anton ubergab ſie, nach der Schlacht bei Philippi, an die Rhodier, welche ſie durch ihre Haͤrte bald wieder verloren. Der Archipel machte dann einen Theil des griechiſchen Kaiſerthumes aus, bis die Franken Konſtantinopel eroberten. Marco Sannudo, ein edler Venetianer, bemaͤchtigte ſich in dieſer Zeit der Inſel Naxos und der benachbar⸗ ten Inſeln, und wurde vom Kaiſer Heinrich zum Herzoge des Archipels erhoben. Seine Nachfolger regierten daſelbſt 300 Jahre lbis auf Jakob IV. aus der Familie Criſpo, welchen Sultan Selim II. verdraͤngte. Der jetzige lateiniſche Biſchof zu Naxos äſt noch ein Nachkomme dieſer Familie.