233
Samos, ſind die groͤßtentheils unbewohnten Inſeln Nacri, Lypſo, Agatho⸗Niſi und Fermaco. Nordwaͤrts findet man die joniſche Inſel Samos. Die Alten kannten 3 Inſeln unter dieſem Namen: eine in Thrazien, welche ſie Samothrazien (jetzt Samandrachi) hießen; die Zweite von ihnen die ſteile Samos genannt, iſt das heutige Kephalo⸗ nien, die dritte endlich, von welcher hier die Rede iſt, erhielt von ihrer Naͤhe mit Jonien den Namen joniſches Samos.
Die Inſel Samos war durch einen praͤchtigen Juno Tempel beruͤhmt, welcher aber mit dem alten Glanze der Inſel zu Grunde ging. Samos war das Vaterland von Pythagoras, des Dichters Choerilos, des beruͤhmten Malers TDimanthus, und des Mathematikers Konon. Auf dieſer Inſel entwarf der vertriebene Herodot in ruhiger Ein⸗ ſamkeit die erſten Buͤcher ſeiner Geſchichte.
Die heutigen Samier ſind die ſanfteſten, gut⸗ muͤthigſten, gefaͤlligſten und witzigſten unter allen Griechen.— Die außerordentliche Fruchtbarkeit die⸗ ſer Inſel wurde von den Alten bei jeder Gelegenheit bewundert. Um einen Begriff von dieſem Ueberfluſſe zu geben, pflegte man gemeinlich nur zu ſagen, daß zu Samos ſogar auch die Huͤhner Milch gaͤben. Jedoch iſt auffallend, daß die Alten den Samiſchen Wein nicht vortrefflich fanden; jetzt wird er mit Recht unter die vorzuͤglichſten Erzeugniſſe der Inſel


