Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232

Weiterhin gegen Nord⸗Nord⸗Oſt liegt die Inſel Pathmos, welche die europaͤiſchen Seefahrer Pa⸗ tino nennenz; ſie beſteht jetzt aus einer Reihe un⸗ fruchtbarer Felſen, und wurde in der Kirchen⸗Ge⸗ ſchichte beruͤhmt, weil der h. Johannes dahin ver⸗ wieſen wurde, und daſelbſt die Apokalypſe ver⸗ fertigte. In einem Kloſter auf einer Anhoͤhe wird noch jetzt die Hoͤhle gezeigt, in welcher der Heilige ſein geheimnißvolles Buch geſchrieben, und ſogar auch das Loch in der Mauer, durch welches er die Einge⸗ bungen des h. Geiſtes erhalten haben ſoll.

Die Inſel hat nicht uͤber 8 Stunden im Umkreiſe, iſt viel laͤnger als breit, und erſtreckt ſich in einer ganz unregelmaͤßigen Geſtalt von Norden nach Suͤ⸗ den. Sie iſt beſonders wegen der vielen guten Haͤ⸗ fen merkwuͤrdig, unter welchen der Hafen von Scala einer der ſchoͤnſten im ganzen Archipel iſt. Die Be⸗ völkerung iſt nicht ſtark, und in der guten Jahreszeit gehen die Maͤnner faſt alle in andere Laͤnder, um ih⸗ ren Unterhalt zu ſuchen, oder treiben einen kleinen Haudel, welcher ſie ernaͤhrt, aber nicht bereichert. Den Weibern iſt die Beſtellung des Feldes zur Ge⸗ winnung der nothwendigſten Lebensbeduͤrfniſſe uͤber⸗ laſſen. Bei der Ankunft eines fremden Schiffes fluͤch⸗ ten dieſe furchtſamen Bewohnerinnen in die Waͤlder und Gebirge.

Oſtwaͤrts von Pathmos in der großen Vertie⸗ fung des Meeres zwiſchen den Inſeln Stanchio und