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gen, daß dieſe Inſel einſt dem Bacckos geweiht war. Zahlreiche Schafheerden weiden die wohlrie⸗ chenden Pflanzen auf den Seiten der Berge ab; Ha⸗ ſen und Rebhuͤhner ſind in Menge vorhanden; der Fiſchfang iſt außerordentlich ergiebig, und die Lebens⸗ mittel aller Art ſind aͤußerſt wohlfeil. Die Jeſui⸗ ten beſaßen ein Haus in der Stadt der Inſel.
Die vornehmſten Einwohner der Inſel ſind Ab⸗ koͤmmlinge alter franzoͤſiſcher, ſpaniſcher und italieni⸗ ſcher Familien, welche in den unruhigen Zeiten des Mittelalters, von den Barbaren beunruhigt, ihr Va⸗
terland verließen, und ſich bier anſiedelten. Sie ſind feiner und anſtaͤndiger in Sitten, als die uͤbrigen Griechen. Das weibliche Geſchlecht iſt nicht nur au⸗ ßerordentlich ſchoͤn, ſondern auch hoͤchſt liebenswuͤrdig.
Die Inſel hat zwar keine Haͤfen fuͤr Schiffe von einer gewiſſen Groͤße, aber doch Buchten fuͤr kleine Fahrzeuge. Die Hauptſtadt der Inſel, gleichfalls Naxia genannt, hat eine vortreffliche Rhede, vor welcher die Schiffe ſich vor Anker legen koͤnnen. Sie iſt nicht weit von der Rhede Nauſſa entfernt. Suͤd⸗ lich von der Stadt Naxia iſt noch eine andere Rhede, welche den Namen des Hafens von Strongioli führt, in welcher ſich zu guter Jahreszeit Schiffe je⸗ der Groͤße aufhalten koͤnnen.
XXII. Nicht weit von Naxia gegen Oſten liegt Stenoſia oder die kleine Inſel, auf welcher ſich nur einige wilde Ziegen aufhalten.


