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fort und Choiſeul⸗Gouffier in Jedermanns Haͤnden.
Dieſe merkwuͤrdige Hoͤhle liegt 2 Stunden von dem auf der Inſel befindlichen Dorfe, und eine halbe Stunde von dem Meere. Die Oeffnung in dieſelbe macht eine beſondere, ungefaͤhr 30 Schritte lange Hoͤhle, welche bei dem Eingange in Geſtalt eines na⸗ tuͤrlichen Schwibbogens gewoͤlbt iſt. Einige natuͤrliche Saͤulen theilen dieſe vordere Hoͤhle in zwei Theile; an den groͤßten unter denſelben ſieht man noch Spu⸗ ren einer halb erloſchenen Inſchrift. Von hier ſteigt man auf einem abhaͤngigen, ſchmalen, widrigen und dunkeln Wege, gebeugt, und mit Fackeln in das In⸗ nere der Hoͤhle. Am Ende dieſes Weges kommt man mit Huͤlfe eines Seiles in einen fuͤrchterlichen Ab⸗ grund; aber kaum iſt man hier wieder einige Schritte gebeugt fortgegangen, ſo ſteht man abermals an dem Nande eines ſteilen Abgrundes, welcher zwar nicht ſo ſenkrecht, aber weit tiefer als der vorhergehende iſt. Hier muß man ſich niederſetzen, und mit der Fackel in der Hand auf dem Felſen hinab rutſchen. Unten befindet man ſich in einem geraͤumigen, dunklen Ge⸗ woͤlbe, deſſen ungeheuer hohen Waͤnde aus einem praͤchtigen roth geſprengten Marmor beſtehen. Die Decke iſt fo hoch, daß man Muͤhe hat, ſie zu unter⸗ ſcheiden. Der Fußboden aber iſt weich, locker, von grauer Farbe, und mit einer großen Menge verſtei⸗ nerter Muſcheln, Ammonshoͤrnern u. dgl. augefuͤllt.
4oſtes B. Türkei. III. 2. 3


