Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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gen des Jahres die Einwohner der benachbarten In⸗ ſeln haͤufig einfinden, um ihren Gottesdienſt zu ver⸗ richten, und der Mutter Gottes Geſchenke zu bringen.

Noͤrdlich von Argentiere, und in einer ge⸗ ringen Entfernung liegt die Inſel Siphanto, das alte Siphnos, welches ſich in ſehr bluͤhendem Zu⸗ ſtande befand, und fuͤr die reichſte Inſel im ganzen Archipel gehalten wurde, wegen ihrer aͤußerſt er⸗ giebigen Gold⸗ und Silber⸗Bergwerke. Allein die Einwohner dieſer Inſel waren ſehr ausſchweifend und treulos, und vernichteten durch dieſe Ueppigkeit ihren Gewinn.

Nebſt dieſen Gold⸗ und Silber⸗Minen gibt es noch auf dieſer Inſel eine Menge Blei, Eiſen und Magnet. Die Berge enthalten auch den praͤchtigſten Marmor. Die Inſel iſt ſehr anmuthig und lachend, und hat eine reine und gefunde Luft. Alle Produkte ſind von der vorzuͤglichſten Guͤte. Seide, Baumwolle, Feigen, Oel und Wachs werden jahrlich in großer Menge gewonnen. Die Einwohner verfertigen ſchoͤne baumwollene Zeuge, Strohhuͤte und andere Produkze des menſchlichen Fleißes.

Sie haben einen ſehr ſanften, gefaͤlligen Charak⸗ ter; die Frauensperſonen ſind ausnehmend ſchoͤn, ent⸗ ſtellen ſich aber ebenfalls durch ihre Klerdung, welche nur zuviel Aehnlichkeit mit der Tracht ihrer Nachba⸗ rinnen auf Milo und Argentiere hat. Der betraͤchtlichſte Ort der Inſel heißt Ser ai, er liegt auf