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jetzt ſind ſie in einem elenden Zuſtande, und werfen faſt gar keinen Gewinn mehr ab.
Man findet auf der Inſel eine Menge Eiſenerz und Eiſen enthaltende Kieſe; allein es wird kein Ge⸗ brauch davon gemacht. Auch wurden ehemals auf der Inſel Sardonyxe gefunden, von denen heute keine Rede mehr iſt. Denn wenn von den Tyrannen die⸗ ſes Landes ſolche Koſtbarkeiten geachtet wuͤrden, ſo haͤtten die Einwohner neue Verfolgungen auszuſtehen.
In einiger Entfernung von dem Hafen ſind mehrere unterirdiſche Gewoͤlbe ziemlich tief in den Felſen ge⸗ graben, deren Gaͤnge verfallen ſind. Wahrſcheinlich waren dieſe Gewoͤlbe vor alten Zeiten, die Begraͤb⸗ nißſtaͤtten der Inſulaner. Auch in andern Gegenden der Inſel findet man noch aͤhnliche Katakomben, die aber nicht ſo groß und auch weniger tief ſind.
XX. Die Inſel Milo hat in ihrer Mitte eine große und weite Bay, welche nach der Bemerkung einiger Alten, der Inſel die Geſtalt eines Bogens gibt, und einer der vorzuͤglichſten Haͤfen im ganzen mittellaͤndiſchen Meere iſt. Er iſt groß genug um eine
ganze betraͤchtliche Flotte in ſich aufzunehmen, und gegen alle Winde zu ſchuͤtzen. Ein noch bequemerer und ruhigerer Ankerplatz iſt ebenfalls auf der weſtlichen Kuͤſte in einer kleinern Bucht, welche den Namen
Patricha fuͤhrt. Hier war es, wo im Jabre 1780
zwiſchen der franzoͤſiſchen Fregatte la Mignonne,
woelche eine Kauffarthei⸗Flotte von mehr als s0 Se⸗


