Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Geruch, ſetzt einen ockerfarbigen Satz zu Boden, und man ſieht es noch 10 12 Schritte in das Meer hin⸗ einſieden.

Nicht weit von dieſer Schwitzſtube findet man in in einem leichten, faſt zerreiblichen Felſen eine große Hoͤhle, und in dieſer einen kleinen, nur 2 4 Fuß tiefen Teich von maͤßiger Temperatur. Die Waͤnde dieſer Hoͤhle ſind mit einer dicken Rinde von natuͤrli⸗ chem Salpeter uͤberdeckt; die Wirkungen dieſes Ba⸗ des ſind ſehr heilſam fuͤr alle Hautkrankheiten, Laͤhmun⸗ gen und Gichtſchmerzen. Schon im Alterthume ſchickte Hippokrates ſeine Kranken dahin.

Milo, eine der groͤßten Inſeln in dem ſuͤdlichen Theile des Archipel, betraͤgt im Umfange ungefaͤhr ¹2 Stunden. Der Schwefel, welchen man aus ihr bolte, galt fuͤr den beſten in der Welt, und ihr Alaun für den vorzuͤglichſten nach dem Aegyptiſchen. Die⸗ ſem Alaun von Milo ſchrieben die Alten fulſchlich die ſonderbare Eigenſchaft zu, die Weiber unfaͤhig zum Empfangen zu machen. Obwohl man noch Schwefel und Alaun in Menge, und mit leichter Muͤhe ſam⸗ meln kann, ſo kommt er aus Sorgloſigkeit nicht mehr in den Handel.

Neben dem Hafen ſieht man große Behaͤlter in der Erde, mit Seewaſſer angefuͤllt; bei der großen Hitze duͤnſtet das Waſſer bald ab, und das zuruͤck blei⸗ bende Salz ſetzt ſich in Kryſtallen an. Dieſe natuͤrli⸗ chen Salzwerke waren ehemals aͤußerſt eintraͤglich, aber