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Mauern ſind mit Gemaͤlden aus der Geſchichte des alten und neuen Deſtaments bedeckt.
Man hat den Bewohnerinnen von Milo, ebenſo wie denen von Argentiere, den Vorwurf gemacht, daß ſie ein ausſchweifendes Leben fuͤhren; man hat ſich aber in Ruͤckſicht auf beide geirrt, und jetzt iſt dieſe Beſchuldigung eine wahre Verlaͤumdung. Es iſt daher auch nicht der Muͤhe werth, die Armſeligkeiten unkundiger Erzaͤhler zu widerlegen, und ſich bei ih⸗ nen aufzuhalten..
In einiger Entfernung von der Stadt zeigte man mir eine Oeffnung in der Erde, aus welcher beſtaͤndig peſtilenziſche Duͤnſte aufſtiegen, die in einem ſolchen
Grade toͤdtlich waren, daß wenn man nur ein Thier an die Oeffnung dieſer Hoͤhle hielt, es ſogleich todt niederfiel.
Etwa eine halbe Stunde von der Stadt ſind warme Baͤder. Um die Quelle herum befanden ſich ehemals mehrere Gebaͤude, welche haͤufig von Kranken beſucht wurden, aber im Laufe der Zeiten zu Grunde gin⸗ gen. Es iſt nichts mehr davon uͤbrig, als eine kleine gewoͤlbte Gallerie, an deren aͤußerſten Ende eine ſtei⸗ nerne Bank ſich befindet, auf welcher man eine erſti⸗ ckende Hitze empfindet, und ſehr bald mit Schweiß überdeckt it. Das Waſſer, durch welches dieſe auf einer Anhoͤhe liegende Schwitzſtube bewirkt wird, fließt unter der Erde die Anhoͤhe hinab gegen das ufer, ver⸗
breitet dafelbſt einen außerordentlich ſtarken Schwefel⸗


