216
zerriſſene Berge, kaleinirte ſchwarze Felſen, die ganze Subſtanz und die Farbe der Steine zum Beweiſe, daß ehemals Vulkane hier gewuͤthet haben muͤſſen. Von allen Seiten quellen ſiedende Waſſer hervor, uͤberall liegen Bimsſteine zerſtreut, der Schwefel wird in Menge gefunden und ſetzt ſich ſogar auf der Ober⸗ flaͤche an.
Die Stadt Milo in einer angenehmen Ebene nicht weit von dem Hafen iſt heute nur noch ein Hau⸗ fen von Ruinen, in welchen eine kleine Anzahl von Griechen der Gefahr, welche mit dem Aufenthalte da⸗ ſelbſt verbunden iſt, Trotz bieten. Von 5000 Einwoh⸗ nern, welche Tournefort daſelbſt fand, ſind heute kaum mehr 200 uͤbrig, und auch dieſe ſind ſo elend und kraftlos, daß man ſie ohne Mitleiden nicht anſe⸗ hen kann. Das elende Waſſer, welches man zu trin⸗ ken genoͤthigt iſt, und die ganz verdorbene mit ſchwef⸗ ligen und mephytiſchen Ausduͤnſtungen der Luft, ſind die Urſachen hievon. Faſt alle Einwohner dieſer ungluͤcklichen Stadt haben geſchwollene Beine, und werden von verſchiedenen gefaͤhrlichen Krankheiten waͤhrend des Jahres heimgeſucht. Franzoͤſiſche Kapu⸗ ziner hatten ſonſt ein ſehr ſchoͤnes Kloſter daſelbſt, ha⸗ ben es aber verlaſſen, und es liegt jetzt ganz in Rui⸗ nen. Ehemals ſollen viele Katholiken auf der Inſel gewohnt haben, von welchen jetzt aber kein einziger mehr da iſt. Die Hauptkirche der Griechen, 1684 er⸗ baut, iſt nicht beſonders groß, aber ſehr huͤbſch. Die


