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Im Fruͤhjahre ziehen die griechiſchen Fiſcher durch den ganzen Archipel, um Schwaͤmme aufzuſuchen. Dieſe Zoophyten werden auf den Felſen unter der Oberflaͤche des Meeres haͤufig gefunden, und machen einen beſondern Handelszweig aus. Die Fiſcher tau⸗ chen entweder in das Meer hinab, um ſie von den Steinen, an welche ſie geleimt ſind, loszureißen, oder dieſes geſchieht mit Hacken, welche auf langen Stan⸗ gen befeſtigt werden. In beiden Faͤllen kann dieſe Fiſcherei nur bei hellem Himmel und ganz ruhigem Meere getrieben werden, weil man ſonſt die Schwaͤm⸗ me unter dem Waſſer nicht ſehen kann. 3
XIX. Wenn man von dem Flecken von Argen⸗ tiere nach der Inſel Milo uͤberfahren will, ſo kommt man zuerſt in einen engen Kanal, welcher durch die Inſel St. Georg und St. Euſtach, und durch die Inſel Argentiere ſelbſt gebildet wird; dieſer Kanal dient den Kauffartheiſchiffen zu einer Art von Hafen. In einer kleinen Entfernung von der Inſel ragt der große Fels Pyrgui mit den Truͤmmern ei⸗ nes alten Gebaͤudes auf ſeiner Spitze hervor.
Die kleine Meerenge Polonia trennt eigentlich die beiden Inſeln Milo und Argentiere von ein⸗ ander. Auf der Kuͤſte von Argentiere nennen die Griechen einige Ruinen Liniko, d. i. Wohnun⸗ gen der Goͤtzendiener. Ich unterſuchte dieſelben und fand nichts, als einige alte, faſt zerfallene Graͤ⸗ ber auf einem weichen Sandfelſen, welchen das Meer⸗


