Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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nehmen die naͤmlichen Umtauſchungen die Pathen, dann auch alle Verwandten vor. Endlich beſchließt der Pope die Ceremonie damit, daß er ein Brod in kleine Stuͤcke zerſchneidet, und dieſe in einen gro⸗ ßen Becher voll Wein legt. Hievon nimmt er einen Loͤffel zuerſt fuͤr ſich, und theilt dann auch an das Brautpaar und alle Anweſende davon aus. In der naͤmlichen Ordnung, wie der Zug ausgegangen war, kehret er wieder in das Haus zuruück. Da die Grie⸗ ꝛchen Freunde von feſtlichen Gelagen der Art ſind, ſo bringen ſie oft mehrere Tage bei einer ſolchen Hoch⸗ zeit zu.

Die Arzneikunde beſteht auf allen griechiſchen In⸗ ſeln groͤßtentheils nur in geheimnißvollen, aberglaͤubi⸗ ſchen Gebraͤuchen, und es gibt auf keiner derſelben eigentliche Aerzte, welche man aber wegen der Vor⸗ trefflichkeit des Klimas gar nicht vermißt. In den gewoͤhnlichen Krankheiten wendet man ſich an eine alte Frau, die irgend ein empiriſches Rezept beſitzt, und braucht daſſelbe ohne Unterſchied, jedoch haͤufig mit dem beſten Erfolge..

Bei dem Tode geliebter Perſonen legen die Grie⸗ chen die lebhafteſten Aeußerungen des tiefſten und wahreſten Schmerzes an den Tag. Mit den heißeſten Thraͤnen rufen ſie ihrem abgeſchiedenen Freunde das zaͤrtlichſte Lebewohl nach. Die Graͤber der Verſtorbe⸗ nen beſuchen oft die zuruͤckgelaſſenen Gatten, Kinder, Verwandte und Freunde, und tragen ihnen haͤuftg