Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

205

Scio zu verſchaffen, ſo bedienen ſie ſich des Harzes der Aitractilis gumifera Lin., einer auf Milo und Argentiere wild wachſenden Pflanze.

Obwohl die meiſten Griechinnen ſchon von Natur eine friſche und bluͤhende Geſichtsfarbe haben, ſo ſu⸗ chen ſie doch die Lebhaftigkeit des Kolorits durch die Kunſt zu erhoͤhen. Jedoch ſind die Mittel, welche ſie anwenden, hoͤchſt einfach; auch bedienen ſie ſich keiner ſcharfen, kauſtiſchen und die Haut austrock⸗ nende Saͤfte dazu. Ein ſeltſamer Gebrauch, den die Frauenzimmer im ganzen Archipel aus Eitel⸗ keit beobachten, beſteht darin, daß ſie vom erſten Maͤrz bis Oſtern den vordern Arm nahe an der Hand⸗ wurzel mit Seidenfaͤden von verſchiedener Farbe um⸗ wickeln, und es fuͤr ein zuverlaͤſſiges Mittel halten, um ſich gegen die Hitze im Monat Maͤrz, welche nach ihrer Meinung der Geſichtsfarbe am nachtheiligſten iſt, zu ſchuͤtzen. In der Oſternacht, die von allen Griechen faſt ganz in der Kirche zugebracht wird, zuͤn⸗ den die Frauensperſonen vor der Thuͤre Feuer an, werfen alle dieſe Faͤden hinein, und bitten dabei Gott, daß er von jedem Vater, welcher ſeine Dochter lieb habe, das Ungluͤck abwenden moͤge, ſie durch die Hitze des Maͤrzes verunſtaltet zu ſehen. 1

Die Griechen ſehen es fuͤr eine Pflicht gegen die bürgerliche Geſellſchaft an, ſich jung zu verheirathen. Alle ihre Verbindungen werden aus Liebe geſchloſſen, und nie miſcht ſich niedriger Eigennutz ein. Daher