noͤrdlichen Gegenden, ihre vollkommene Reife. Nicht ſelten ſind Maͤdchen auf den Inſeln im Archipel im 10. Jahre mannbar, und nach dem 13— 14 Jahre gewoͤhnlich vollkommen ausgewachſen. Die Griechin⸗ nen haben vermoͤge dieſer fruͤhzeitigen Reife des Koͤr⸗ pers alle ein lebhaftes feueriges Temperament; ſie ſind
ſehr empfaͤnglich fuͤr Eindruͤcke der Liebe, und haͤngen mit der gluͤhendſten Leidenſchaft an dem geliebten Ge⸗
genſtande.
Wie aber dieſe Maͤdchen mit der bezauberndſten Liebenswuͤrdigkeit der Fackel der Liebe folgen, ſo tre⸗ ten ſie auch mit aller weiblichen Wuͤrde an Hymens Altar. Im ganzen Oriente iſt es eine allgemeine Sitte, daß kein Maͤdchen ohne die Erſtlinge ihrer ju⸗ gendlichen Bluͤte zu beſitzen, an Hymens Altar treten darf; der entgegen geſetzte Fall iſt immer dem Maͤd⸗ chen oͤffentlicher Schimpf und Entehrung, ja in man⸗ chen Gegenden gereicht der Mangel derſelben ſogar zu einem wirklichen Verbrechen.—
Die Griechinnen leben eben ſo frei und zwang⸗ los, wie die Europaͤerinnen, und erfuͤllen daher jene Verbindlichkeit nicht immer auf das genaueſte.— Die Maͤdchen im Archipel wenden mit Unbefangen⸗ heit mehrere Mittel an, um mit Gewißheit zu erfah⸗ ren, ob der Gegenſtand ihrer Liebe ihr Gatte werden wird, oder wenn ihr Herz noch frei iſt, um den Mann kennen zu lernen, welchen Hymen ihnen beſtimmt. Der heilige Johannes iſt in dieſem Punkte der
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