Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

199

Orte feſt gebunden, welchen die Hebamme mit ihrem Fuße getreten hat, und zwei oder drei Stunden lie⸗ gen gelaſſen. Mit dieſer Operation endigen ſich alle Dien tleiſtungen der Hebamme. bbwohl die Griechen ihre Waͤſche mit Seewaſſer reinigen, ſo darf doch die Waͤſche, welche in dem Wo⸗ chenbette gebraucht worden iſt, nicht in demſelben rein gemacht werden, weil ſie feſt uͤberzeugt ſind, daß e Woͤchnerin unfehlbar ſterben muͤßte. Auch darf ie Woͤchnerin nicht, wenn ſie ausgeht, von einem Sterne ſich erblicken laſſen, aus Furcht von einem Stern ergriffen, und nach dem gemeinen Vorurtheile nebſt ihrem Kinde von ihm getoͤdtet zu werden. Wenn die Woͤchnerin zum erſten Male aus dem Bette ſteigt, ſo ſetzt ſie, ehe ſie den Fuß auf die Erde bringt, den⸗ ſelben auf ein Stuͤck Eiſen, damit ſie ſo ſtark, wie dieſes Metall werde. Geht ſie in ein fremdes Haus, ſo legt ſie einen Schluͤſſel oder ein anderes Stuͤckchen Eiſen auf die Schwelle, damit ſie nicht die verderbli⸗ chen Einfluͤſſe, welche ſie umringen, in das Haus bringe.

Die Art, wie man im Archipel die neugebornen Kinder behandelt, iſt ebenſo, wie die Behandlung der Mutter, eine ſeltſame Miſchung von nuͤtzlichen und aberglaͤubiſchen Gebraͤuchen. Das neugeborne Kind wird in lauem Waſſer gewaſchen, und dann vom

Kopfe bis zu den Fuͤßen mit Salz bedeckt, um es ge⸗ gen Wuͤrmer und alle Hautkrankheiten zu verwahren.