— 196 den Alten unter den Armen, und zwangen ſie immer fort zu gehen. So oft Wehen eintraten, mußte ſie ſich vorwaͤrts uͤber das Bett legen, und die vor ihr ſtehende Hebamme druͤckte ihr beide Weichen ſo ſtark, als ſie konnte, mit den Haͤnden zuſammen und fuhr damit ſo lange fort, bis die Wehe ganz voruͤber war; alsdann ging man die Stube wieder auf und ab, bis eine neue Wehe eintrat, und die Frau ſich abermals in die obige Lage ſetzen, und von der Hebamme druͤ⸗ eken laſſen mußte.
Waͤhrend die junge Griechin ihre Wehen verar⸗ beitete, unterhielt ich mich mit der alten Hebamme uͤber ihre Kunſt, und fragte ſie unter andern: was ſie in ſolchen Faͤllen zu thun pflege, wo das Kind eine falſche Lage habe? Sie verſicherte, daß dieſer Fall gar nie vorkomme; wenn er aber eintrete, ſo bemuͤhe ſie ſich, dem Kinde durch eine geſchickte Wendung eine beſſere Lage zu geben, urd wenn auch dieſes fehl ſchluͤge, ſo bliebe ihr noch ein Mittel uͤbrig, welches ſeine Wirkung noch nie verfehlt habe und ganz un⸗ truͤglich geworden ſey; ſie wende ſich an den Mann, und aͤbertrage ihm vollends das Geſchaͤft der Entbin⸗ dung. Nach der Meinung der Weiber in dieſem Lande beſitzen naͤmlich alle Ehemaͤnner die Gewalt, alle Hin⸗ derniſſe zu heben, welche ſich der Entbindung ihrer Frauen entgegen ſtellen koͤnnen, und dieſe magiſche Kraft beſteht bloß darin, daß ſie mit ihrem Schuhe dreimal auf den Ruͤcken der Kranken ſchlagen, und


