Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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flaches, zum Sitzen eingerichtetes Stuͤck augebracht iſt. Das Ganze iſt nachlaͤſſig mit alten Lumpen um wickelt, und recht auf drei niedrigen Fuͤßen, wovon einer das an dem ſpitzigen Winkel befindliche kleine Baͤnkchen unterſtuͤtzt, die beiden andern aber an den zwei Armen ziemlich weit vorne angebracht ſind. Die vorſichtige Hebamme fing ihr Geſchaͤft damit an, daß ſie alle Schloͤſſer, Thuͤren, Schraͤnke, und uͤberhaupt alles, was nur in dem Hauſe mit einem Schluͤſſel verſchloſ⸗

ſen wurde, aufmachen ließ. Dieſe Vorſicht muß auf

das ſtrengſte beobachtet werden. Auch werden nach eben dieſem laͤcherlichen Vorurtheile, nur Weiber in dem Hauſe geduldet, und die Maͤdchen muͤſſen es ſchlechterdings verlaſſen. Mir wurde angedeutet, daß ich, wenn ich bei der Entbindung gegenwaͤrtig ſeyn wollte, das Zimmer nicht eher verlaſſen duͤrfte, bis dieſelbe ganz vorbei ſeyn wuͤrde. Sobald die Nieder⸗ kunft ihren Anfang genommen hat, darf Niemand das Zimmer verlaſſen, und eben ſo wenig Jemand herein kommen. Wer das Zimmer verlaͤßt, ladet eine Art Verunreinigung auf ſich, durch welche er ſo lange von dem Umgange mit allen andern Perſonen ausge⸗ ſchloſſen wird, bis ein Prieſter ihn eingeſegnet, und dadurch wieder gereinigt hat.

Bei der Ankunft der Wehen noͤthigte man die Mutter, unaufhoͤrlich in der Stube auf und abzuge⸗ ben; und wenn ſie Miene machte, ſich vor Schmerz

erz

oder Muͤdigkeit niederzuſetzen, ſo ergriffen ſie die bei⸗