Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

189

ſich zum Kochen bedient. Seine Fruͤchte geben ein

Del, welches zwar nur zum Brennen taugt, aber von Armen dennoch zu Speiſen gebraucht wird. Auch der Safran waͤchſt wild auf den Bergen und zwiſchen den Felſen, und gibt fuͤr dieſes armſelige Land einen nicht unbedeutenden Handelsartikel ab. Wenn er trocken iſt, dient ein Ei zum Gewichte, ohne daß man ſich darum bekuͤmmert, ob das Ei etwas groͤßer oder klei⸗ ner, oder ob es alt oder friſch iſt; auch macht ſeine Groͤße einen nicht unbedeutenden Unterſchied in ſei⸗ nem Gewichte. 4

Das Sitten⸗Verderbniß, welches dem weiblichen Geſchlechte auf Argentiere ſo bitter vorgeworfen wird, ſindet jetzt nicht mehr Statt. Die Frauens⸗ perſonen beſitzen daſelbſt Beſcheidenheit und Zuruͤck⸗ haltung, dieſe gewoͤhnlichen Tugenden der orientalis ſchen Frauenzimmer.

Dieſe Inſulanerinnen ſind im Ganzen genommen groß, wohlgewachſen und von ſchoͤner Geſichtsbildung; allein dieſe Vorzuͤge der Natur werden durch die Art, wie ſie ſich kleiden, wieder verdunkelt. Der Kopf und die Stirne ſind mit einem feinen indiſchen Schawl umwickelt, deſſen Farbe gewoͤhnlich dunkel⸗ gruͤn mit dunkelrothen Flecken iſt; unter demſelben haͤngen 2 kleine Buͤſchel glaͤnzend ſchwarzer Haare uͤber die Schlaͤfe herab. Einige kraus gelockte Enten⸗ Federn von einer praͤchtig glaͤnzenden oder vielmehr

dunklen lafurblauen Farbe ſtecken ſie unter ihren