Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

ihrem Zuge von Europa nach Afrika, auf mey⸗ reren Inſeln verweilen, um auszuruhen, halten ſich niemals an der Inſel Rhodus auf, und kommen niemals dahin. Die Schnepfen hingegen kommen jaͤhrlich in großer Menge, ſtellen ſich im November ein, und bleiben ungefaͤhr einen Monat daſelbſt.

Der Fiſchfang an den Kuͤſten von Rhodus iſt außerordentlich ergiebig; daher auch dieſe Inſel die Fiſchreiche hieß. Auch liefert das Meer daſelbſt

Korallen und ſchoͤne Schwaͤmme; das Innere der Er⸗

de iſt reich an Foſſilien aller Art.

IX. Am 28. Okt. verließen wir mit einem guͤn⸗ ſtigen Suͤdwinde den Hafen von Rhodus. Von ei⸗ ner kleinen Fiſcherbarke, welche an unſer Schiff kam, kaufte ich eine Muraͤne von der Art, welche den Namen Waſſerſchlange fuͤhrt, weil ſie nicht nur die Geſtalt und die wellenfoͤrmigen Bewegungen der Schlangen, ſondern auch ihre ſchoͤnen und glaͤn⸗

zenden Farben hat. Man hat behauptet, der Biß die⸗

ſer Muraͤne ſey giftig und ihr Fleiſch ungefund; al⸗ lein wenn auch dieſes falſch iſt, ſo verurſachen doch ihre furchtbaren Zaͤhne, welche aͤußerſt ſpitzig und von verſchiedener Groͤße ſind, die fuͤrchterlichſten Schmer⸗ zen. Zur Zeit der roͤm. Kaiſer wurden die zum Tode verurtheilten Sklaven oft in Teiche geworfen, welche mit Muraͤnen angefuͤllt waren; dieſe ſetzten ſich ſo⸗ gleich in Menge an alle Theile ihres Koͤrpers, und zerfraßen die Ungluͤcklichen lebendig. 4oſtes B. Türkei, III. 2, 3