Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

138

liegt nordoͤſtlich auf derſelsen. Sie iſt befeſtigt; aber

ihre Waͤlle ſind verfallen, und in einem elenden Zu⸗ ſtande. Die Geſchichte hat uns viele von den Wun⸗ dern der Tapferkeit aufbewahrt, welche die Johan⸗ niter⸗Ritter bei der Vertheidigung von Rhodus bewieſen haben. Solimann beſleckte aber auch ſei⸗ uen Triumph, welcher ihm 100,000 Maun ſeiner be⸗ ſten Soldaten koſtete, durch keine Grauſamkeit. Er wußte den Werth der Tapferkeit ſelbſt in ſeinen Fein⸗ den zu ehren, und uͤberhaͤufte den mit Lorbeern be⸗ deckten, durch ſein Alter ehrwuͤrdigen Großmeiſter, Villiers de l'Jle⸗Adam mit Beweiſen von Achtung, und bemuͤhte ſich durch alle Arten von Ge⸗ faͤlligkeiten ihn das Ungluͤck vergeſſen zu machen, in welches ihn der widrige Ausſchlag der Waffen geſtuͤrst hatte.

Verlaſſen von dem uͤbrigen Suropa, begaben ſich die dem Schwerte der Muſelmaͤnner entronnenen Johanniter⸗Ritter nach Malta. In Rhodus heißt gegenwaͤrtig noch eine lange Straße die Ritter⸗ Straßez; an den meiſten Haͤuſern derſelben ſieht man auch noch die Wapen der alten Ritter; au eini⸗ geu iſt ſogar das Wapen des Papſtes befindlich, wel⸗

ches die Tuͤrken, obgleich Meiſter in der K Kunſt zu

zerſtoͤren, und den Papſt fuͤr ihren natuͤrlichen und unverſoͤhnlichen Feind der Religion haltend, noch nicht vertilgt haben. 1

Die ehemalige St. Johannes⸗Kirche iſt jett die