———— 8
139
Hauptmoſchee; das Hoſpital iſt in einen Korndoden verwandelt, der Palaſt des Großmeiſters faſt ganz un⸗ be vohnt, und zur Haͤlfte verfallen. Ehemals fanden Schiffe jeder Groͤße in dem Hafen den vollkommen⸗ ſten Schutz; jetzt muͤßen die Kriegsſchiffe außerhalb deſſelben Anker werfen, und ſind nur hier durch ei⸗ nige Landſpitzen und Kliypen ziemlich ſchlecht gegen die Winde geſchuͤtzt. Zur Vertheidigung des Hafens
dient auf einer Sezte ein von einem Großmeiſter des
Ordens erbauter viereckiger Thurm, welchen die Duͤr⸗ ken noch jetzt St. Johan nes⸗Thurm nennen, ob⸗ gleich ihm die Griechen in der Levante allgemein den Namen des h. Nikolaus beigelegt haben. Auf der audern Seite iſt gleichfalls ein Thurm, welcher aber weniger feſt und hoch, Engels⸗ oder St. M i ch a⸗ els⸗Thurm heißt. Außer dem großen Hafen war ehemals auf jeder Seite deſſelben auch noch ein klei⸗ nerer; einer war fuͤr die Galeeren beſtimmt, wo ſie aber jetzt nicht mehr einlaufen koͤnnen; der andere
aber iſt verſchuͤttet, und faſt ganz trocken.
VII. In Rhodus ſind Werfte fuͤr die otto⸗ manniſche Marine; das Holz zu dem Schiffbaue wird theils aus den herrlichen Waldungen in Karama⸗ nien geholt, theils aus der Inſel ſelbſt genommen. Die Waͤlder von Rhodus ſind dadurch faſt voͤllig
zu Grunde gerichtet worden. Die Schiffe werden ſo
langſam und von ſo ſchlechtem Holze gebaut, daß ſie nicht ſelten vor ihrer Vollend ung zur Haͤlfte verfauit


