Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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137 4 Rhodus; des ungeſtümmen Meeres wegen waren wir genoͤthigt in den Hafen Rhodus einzulaufen, wo wir am 24. gegen Abend vor Anker legten.

VI. Die Kuͤſten von Karamanien ſind von Caſtel⸗Roſſo bis an den Meerbuſen von Macri weniger hoch, als oſtwaͤrts dieſer Inſel; uͤbrigens ſind ſie eben ſo ſteil abgeſchnitten haben eine Menge Ver⸗ klefungen, und beſtehen aus einem weißen, kahlen Geſteine. 4

In dem Meerbuſen von Maeri finden die Schif⸗ fe vortreffliche Haͤfen; ehemals hieß er Sinus Glaucus, von dem Fluſſe G laucus, welcher ſich in denſelben ergießt. In der Tiefe deſſelben findet man unter den Ruinen der alten Stadt Telmi ſ⸗ ſus ſehr ſchaͤtzbare Alterthuͤmer.

Ich verließ das Schiff, ſobald es in dem Hafen von Rhodus die Anker geworfen hatte, und begab mich ſogleich zu dem franzoͤſiſchen Viceconſul von Frankreich, welcher außerhalb der Mauern von Rho⸗ dus in einem kleinen griechiſchen Dorfe, welches fuͤr eine Vorſtadt derſelben gelten konnte, wohnte.

Die Inſel Rhodus liegt unter dem 360 28 der Breite; ihre groͤßte Laͤnge von Nord nach Suͤd betraͤgt ungefaͤhr 12 Stunden, ihre Vreite aber nur s, und ihr Umkreis 24. Ihre Form iſt dreieckig, daher ſte auch im Alterthume, wie noch mehrere andere Inſeln Trinakria hieß.

Die Stadt Rhodus, die Hauptſtadt der Inſel,