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der Folge an die Venetianer abtraten. Sultan Soliman entriß ſie 1570 denſelben, und verband ſie mit dem tuͤrkiſchen Reiche, zu welchem ſie noch jetzt gehoͤrt.
V. Die Kraͤfte der Natur ſind in Cypern nicht nur in Ruͤckſicht auf die Produkte des Bodens ge⸗ laͤhmt, ſondern auch in Nuͤckſicht auf die Kuͤnſte, wel⸗ che unter dem Drucke der deſpotiſchen Regierung faſt gaͤnzlich zu Grunde gehen. Der Handel nimmt von Tag zu Tag mehr ab, das Land wird duͤrrer, der Ackerbau ſchlechter und der Kunſtfleiß unbedeutender. Dle ſchoͤnſten Thaͤler, noch vor Kurzem von nuͤtzlichen Baͤumen beſchattet, oder mit reichlichen Erndten ge⸗ ſegnet, ſind jetzt oͤde und mit Diſteln bedeckt. Man⸗ kann ganze Dage reiſen, ohne etwas anderes, als ſolche verlaſſenen Ebenen und Haiden zu ſehen. Auch die Bevoͤlkerung nimmt taͤglich auf eine merkliche Art ab. Schaarenweiſe verlaſſen die Einwohner dieſes zu Grunde gerichtete Land, und ſuchen ſich Wohnſitze in gluͤcklichern, weniger unterdruͤckten Laͤndern.
Die Anzahl der Thiere hat ſich eben falls vermin⸗ dert, und iſt in Ruͤckſicht der Schoͤnheit ſehr gusgear⸗ tet. Die Seiden Wuͤrmer pflanzen ſich nicht mehr ſo ſtark fort; weil die Maulbeer⸗Plantagen zur Haͤlfte zu Grunde gerichtet ſind. Die Kermes, die Neben⸗ buhler der Cochenille, ſind faſt ganz ausgegangen. Das Wildpret wird von Jahr zu Jahr ſeltener, und die Zugvogel laſſen ſich uicht mehr in ſo großer Meu⸗


