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Nach dem Katzenkap erhebt ſich die Kuͤſte wie⸗
der nord⸗weſtwaͤrts mit einem elenden Hafen in einer kleinen Bucht, deſſen Grund mit Klippen bedeckt iſt. In der Vertiefung der Bucht lag Paphos, wo Ve⸗ nus nach ihrer Geburt zuerſt an das Land geſtiegen war. Ein praͤchtiger Tempel war zu ihrem Dienſt er⸗ baut, in welchem nie blutige Opfer gebracht wurden. Dieſer Ort war ehemals ein Aufenthaltsort des Ver⸗ gnuͤgens und der Freude. Heute ſindet man nichts als Ruinen und Schutt, ein elendes Dorf, ein zer⸗ fallenes Schloß, einige den Einſturz drohende grie⸗ chiſche Kirchen, Armuth und Elend uͤberall, und den harten Namen Baffa oder Baffo.* Auf der noͤrdlichen Kuͤſte befindet ſich außer Ge⸗ rines, dem alten Ceraunia, kein merkwuͤrdiger 1 Ort; es hat, wie Paphos, nur noch Ruinen ſei⸗ b
ner ehemaligen Groͤße aufzuweiſen. Ein ſchlechter
Hafen dient nur zum Verkehre der Inſel mit Kara⸗ manien, deſſen Berge man von den Anhoͤhen bei Gerines ſehen kann. Die Verbindung zwiſchen dieſem Hafen und dem von Selefkeh iſt uͤbrigens ſehr ſtark.
Ehemals war dieſe Inſel in neun Koͤnigreiche ge⸗ theilt, und ſtand nach und nach unter der Herrſchaft der Aegypter, Phoͤnizier, Perſer, Macedo⸗ nier, Roͤmer, der abendlaͤndiſchen Kaiſer und der Araber. Zur Zeit der Kreuzzuͤge wurde ſie eini⸗ gen europaͤtſchen Fuͤrſten eingeraͤumt, welche ſie in


