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Stunden von dem Vorgebirge St. Andreas, dem alten Dinarete, auf der ſuͤdlichen Kuͤſte der Inſel fortgehend, ſtoͤßt man an dem außerſten Ende deſſel⸗ ben auf einen großen Meerbuſen, welchen dieſes ver⸗ laͤngerte Vorgebirge und das Cap. della griega (Throni der Alten) bilden, auf welchem nach Pto⸗ lemaͤus eine Stadt dieſes Namens geſtanden haben ſoll. In der Vertiefung dieſes Buſens liegt Fama⸗ guſta,(eine neue Stadt auf den Ruinen des alten Arſinoe) mit einem ſichern, aber nicht geraͤumigen, und jetzt zur Haͤlfte verſchlemmten Hafen, Die Stadt und der Hafen wird vertheidigt durch Feſtungswerke der Luſignans, Genueſen und Venktianer, welche nach einander im Beſitze der Inſel geweſen waren; die Tuͤrken hingegen ließen dieſe Feſtungs⸗ werke gaͤnzlich verfallen.
Nordoͤſtlich von Famaguſta erſtreckt ſich eine Ebene, welche das alte Koͤnigreich Salamin, das Deucer, der Gefaͤhrte des Ajax ſtiftete, und der Stadt, welche er baute, den Namen der Inſel bei⸗ legte, auf der er geboren wurde. Nur einige we⸗ nige Spuren verrathen noch den Ort, wo ſie geſtan⸗ den iſt; allein die Ebene iſt gut bebaut, aͤußerſt frucht⸗ bar, und der beſte Bezirk in der ganzen Inſel.
Ungefaͤhr 20 Stunden von Famaguſta in der Mitte der Inſel, liegt Nikoſia, die Hauptſtadt der⸗ ſelben. Ihre durch die Schoͤnheit der Baukunſt merk⸗ wuͤrdigen Palaͤſte gerathen nach und nach in Verfall.
4oſtes B. Türkei, III. 2. 2


