367
Zelte, rund und groß, ſehr von den ruſſiſchen abwi⸗ chen; doch waren ſie vortheilhaft und leicht aufzu⸗ ſpannen. Gegen Abend brachte man dem Geſandten die Bewillkommungs⸗Geſchenke des tuͤrkiſchen Kom⸗ miſſaͤrs. Der Gemahlin und Tochter zur Ehre des Geſandten waren die Zelte erleuchtet. Die Tafel des Geſandten ſtand voll von Speiſen, welche die tuͤrki⸗ ſchen Koͤche auf den Koͤpfen herbeitrugen, ſuͤß bereitet waren mit Honig, Roſenwaſſer und Gewuͤrz, und einen lieblichen Geſchmack hatten. Am beſten ſchmeckte der Pilaff, oder mit Hammelfett zu einem dicken Breie gekochter Reis.
Merkwuͤrdig iſt die Sitte der Tuͤrken, vor dem Zelte des Geſandten, vor dem des Legations⸗Rathes, und vor denen der drei Sekretaͤrs jede Nacht auf eiſer⸗ nen Stangen Meſchalehs oder Fackeln von harzigem, in einer eiſernen Kapſel brennendem Holze, aufzuſtellen. Dies gilt als Ehrenbezeigung, hat aber auch einen re⸗ ligioͤſen Grund und ſoll die Eigenſchaft haben, die boͤ⸗ ſen, das friedliche Benehmen und Verhaͤltniß zweier Maͤchte ſtoͤrenden Geiſter abzuwehren. Dieſe Ceremo⸗ nie beginnt gewoͤhnlich in der erſten Nacht, welche ein fremder Botſchafter im tuͤrkiſchen Gebiete zubringt, und hoͤrt erſt dann auf, wenn er dasſelbe wieder ver⸗ laſſen hat.
Die Geſchenke, welche Ismael Paſcha dem Botſchafter machen ließ, und auch an deſſen Gemablin


