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wahrſcheinlich im letzten tuͤrkiſchen Feldzuge die Be⸗ wohner dieſer Gegenden hart geplagt ſeyn mochten; darum ſah man wenige junge Maͤdchen, darum bekam man erſt gegen Vorausbezahlung die noͤthigen Lebens⸗ mitiel.
Beſſer verſorgt wurde man in Balta, einer Stadt am Koduͤma, die ehemals zu Polen gehoͤrte, und 110 Werſte von Olwiopol eutfernt iſt. Sie liegt theils in einem Thale, theils auf dem daran ſtoßenden Berge, hat ein Schloß, und neben demſelben einen im engli⸗ ſchen Geſchmacke angelegten Garten. Die hier zahl⸗ reichen Juden treiben ſtarken Handel mit ſchleſiſcher Leinwand.
Als der Botſchafter in Balta ankam, ging Rei⸗ mers mit ſeinen Gefaͤhrten wieder voraus, der gro⸗ ßen Oezakowſchen Steppe entgegen, die einen Theil der Wosnesenskiſchen Statthalterſchaft ausmacht, aber faſt menſchenleer iſt, indem ſie nur 120,000 Menſchen, 293 auf eine Quatratmeile, enthaͤlt.
Von Balta bis Dubaſſar traf man nur ein erbaͤrmliches Haͤuschen, wo man Nachtauartier nahm, dann ein Poſtzelt, wo ein Koſaken⸗Offizier lebte, aus einem kleinen Dorfe den Reiſenden, durch einen gut berittenen Koſaken, Butter zum Fruͤhſtuͤck beſorgte, und zuletzt ganz einſam das neue Wirthshaus eines Juden, der unſeren Herren berauſchenden Meeth gab, und damit Kopfweh verurſachte. Nachdem man von dieſem Juden Abſchied genommen batte, gingen


