Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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Kleidung der Perſer, wie der Perſerinnen, iſt reich und ſchoͤn. Die Franen, die ſehr ſchoͤn ſind, werden von Niemand als ihren Maͤnnern geſehen; ſie gehen nie aus, als in das Bad, wo ſie aber einen Schleier von Leinwand, aus dem nur die beiden Augen vor⸗ blicken, vor dem Geſichte haben. Wenn ein Gerin⸗ gerer einem Hoͤheren begegnet, ſo kniet er, um ihm ſeine Ehrerbietung zu bezeugen, nieder, und ſetzt ſich nach ihrer Art auf die Ferſe, worauf der Hoͤhere das Haupt beugt, und die rechte Hand auf die Bruſt legt. Eine Gewohnheit unter ihnen iſt noch, ſich an bohen Feſttagen zu beſuchen, und gegenſeitig Gluͤck zu wuͤnſchen..

In Perſien giebt es Aerzte und Apotheker, deren Wiſſenſchaft aber nicht ſehr groß iſt. Die gewoͤhnlichſte Kur beſteht unter ihnen in Diaͤt. Viele Krankheiten, die in Europa zu Hauſe ſind, kennen ſie gar nicht, z. B. die Gicht, die Blattern, Blaſenſteine u. a. Zur Erhaltung ihrer Geſundheit und als Vorbeugungs⸗ mittel gegen Krankheiten dient die Chinarinde, welche ſte im Fruͤhjahre gebrauchen, und unter Waſſer 12 bis 20 Tage trinken. Solche Rinde iſt ſehr leicht dem Verderben unterworfen und ſehr theuer. Ein Pfund gute Chinarinde koſtet gegen 100 Thaler.

Das Jahr der Perſer faͤngt mit der Fruͤhlings⸗ Tag⸗ und Nachtgleiche an. Bei ihnen wird der Tag wie bei uns in 4 Theile, das Jahr in 12 Monate, die bald 30, bald 34 Tage haben, eingetheilt. Um