Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

225

dem Kaͤmmen des Bartes oder der Haare eines der⸗ ſelben auf dieſe gefallen iſt. Mit demſelben waͤſcht ſich der Cazi, wenn er ſich auf dem Wege durch zu⸗ faͤlliges Anſchauen eines Leichnams verunreiniget hat. Denſelben vermiſchen ſie mit Waſſer, in dem Wei⸗ denrinde und andere Kraͤuter abgeſotten worden ſind, und geben es zur Entſuͤndigung demjenigen zu trinken, welcher in eine Suͤnde gefallen iſt und dieſelbe be⸗ kannt hat. Solches Waſſer nennen ſie das Cazi⸗ Waſſer. Hat Jemand eine ſchwere Suͤnde begangen, ſo muß er 10 Tage in der Wohnung des Cazi aus⸗ harren. Waͤhrend dieſer Zeit erhaͤlt er nichts zu eſſen, als das, was ihm der Cazi zukommen laͤßt. Iſt dieſe Zeit bald zu Ende, und will er losgeſprochen werden, ſo muß er ſich nackt ausziehen, worauf ein kleiner Hund an des rechten Fußes große Zehe gebunden wird, mit dem er ein oder mehrere Tage, wie es der Cazi nach der Schwere der Suͤnde beſtimmt, in deſſen Haus herumgehen muß. So, nackt und mit dem Hunde am Fuße, bittet er dann den Prieſter, er moͤge ihn reinigen: denn, ſetzt er bei, was ihn belange, halte er ſich rein. Auf dieſes entgegnet ihm der Cazi, der Hund muͤſſe ihn reinigen: denn dieſer ſey reiner als er. Nun gießt er ihm vom obigen Cazi⸗ Jaſſer auf das Haupt, und laͤßt ihn davon trinken, auf welche Art er dann von ſeinen Suͤnden frei iſt. Diejenigen, welche maͤnnlichen Geſchlechtes ſind, neh⸗ men dieſe Entzuͤndigung in Gegenwart des Cazi vor, 47. B. Perſten. II, 24 7