Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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die des anderen Geſchlechtes unterziehen ſich derſelben Bußuͤbung vor der Frau des Prieſters. Nach erlang⸗ ter Suͤnden⸗Befreiung ſind diejenigen, welchen ſolche gewaͤhrt wurde, ſchuldig, in dem Hauſe des Cazi alle ihre Freunde zu bewirthen, was oft hohen Aufwand fordert. Ich fragte einmal einen Prieſter, wie der Harn zu ſolcher Wirkung gekommen ſey, und wie man die reinigende Eigenſchaft desſelben erkannt habe. Auf dieſe Frage antwortete er mir, daß ſolche nicht erſt ihr Prophet aufgefunden, ſondern daß man dieſelbe ſchon laͤngſt gekannt habe. Es ſey aber hiebei auf folgende Art zugegangen. Zu Zeit der erſten Menſchen

habe eine gewiſſe Perſon gelebt, deren Arm durch den

Teufel ganz verdorben und ſchwarz geworden ſey.

Dieſe ſey einmal auf dem Felde eingeſchlafen, wo

zufaͤllig ein Tropfen Harn eines in der Naͤhe gra⸗ ſenden Ochſen auf ihren Arm ſiel. Wo der Tropfen hingefallen war, wurde der Arm ganz weiß. Der Schlafende ſey daruͤber erwacht, und waͤre, da er folches wahrgenommen hatte, dem Ochſen nachgegan⸗ gen, bis er wieder harnte, wo er ſeinen Arm dann dem ſolben unterhielt; wovon er auch ganz geſund und weiß wurde. Auf dieſe Weiſe ſey man zur Kenntniß der heilenden und reinigenden Eigenſchaft des Harnes gelaugt. Einige Thiere werden von den Gauern hochgeehrt, andere aber verabſcheuet. Diejenigen Thiere, die ſie hochachten, und denen ſie beſondere Ehre erzeigen,