mit demſelben einen jeden Kranken zu beſuchen, aus dem er dann uͤber den Kranken etwas betet, dasſelbe ihm auflegt und uͤber dasſelbe ihn anhaucht. Iſt Jemand geſtorben, ſo begleiten ſie ſeinen Leichnam bis zum Begraͤbnißplatze, wobei die naͤchſten Anverwandten beulen und ſchreien, ſich die Haare ausraufen, und das Geſicht verwunden. Hierin beſteht ihre ganze Trauer⸗Feierlichkeit. Neber den Todten be⸗ ten ſie nicht. Ihre Heiraths⸗Ceremonien beſtehen in folgendem. Wenn ſich ein junger Mann eine Braut auserleſen hat, ſo ſchickt er ſeine Aeltern und naͤchſten Auverwandten mit einem Braut⸗Geſchenke aus Pfer⸗ den, Kuͤhen ꝛc. zu den Aeltern der Jungfrau. Ju dieſen die Vermaͤhlung angenehm, ſo fuͤhren ſie, nach geſchloſſenem Vertrage, mit den Aeltern oder Ver⸗ wandten des Braͤutigams, ihm ihre Tochter in das Haus, wo ſchon eine Mahlzeit zubereitet iſt. Nach geendeter Mahlzeit und anderer Luſtbarkeit, die der eine oder andere damit verbindet, ſind beide Eheleute, ohne daß ein anderer religioͤſer Gebrauch daswiſchen getreten iſt. Iſt die Ehe mehrere Jahre durch keine Kinder geſegnet, ſo iſt dem Manne erlaubt, eine an⸗ dere Frau zu nehmen, und nach einander ſo lange kort, bis einmal die Ehe durch eine Leibesfrucht be⸗ gluͤcket iſt. Eiferſucht kennt dieſes Volk nicht, hievon iſt jedoch ihre Enthaltſamkeit nicht die Urſache. Dieſe Voͤlker ſind wie die Georgier ſehr huͤbſch von Ge⸗ ſicht: beſonders ſind die Frauen ſehr ſchoͤn, von friſcher
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