Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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werfen, und es fangen. Selten entgeht ihnen auf dieſe Art ein einmal geſpuͤrtes Wild. Die Tracht des maͤnnlichen und weiblichen Geſchlechtes iſt gleich; ſie tragen einen bunten Rock aus baumwollenen Gewebe und Beinkleider von außerordentlicher Weite. Dieſe Voͤlker, die Cireaſſier und Comanier, ſind we⸗ der Chriſten noch Mohametaner, ſondern haben eine Religion, die in gewiſſen Gebraͤuchen beſteht, die Alt und Jung in einem Dorfe gemeinſchaftlich mit einem großen Gepraͤnge begehen. Einen vom Blitze Getoͤd⸗ teten halten ſie fuͤr einen Heiligen, und begraben ihn gar feierlich. Schlaͤgt der Blitz in ein Haus, ſo ſind die Bewohner desſelben, wenn derſelbe auch nichts verletzt hat, ein Jahr von allen Abgaben frei, und werden ſehr hoch geachtet. Sobald der Blitz ir⸗ gendwo einſchlaͤgt, ſo wird ſogleich der groͤßte weiße Ziegenbock im Lande geſucht, und in dem Dorfe, in welches er einſchlug, mit ſehr vieler Ehrerbie⸗ tung ſo lange ernaͤhrt, bis der Blitz in ein anderes Dorf geſchlagen hat. Mit dieſem Bocke ziehen die Einwohner des vom Blitze getroffenen Hauſes von Dorf zu Dorf, gehen aber in keines, ſondern verwei⸗ len mit demſelben vor dem Dorfe, ſingend und tan⸗ zeud. Alle Dorfbewohner kommen dann zu ihnen heraus, und bringen ihnen Geſchenke. Zu ihrer Re⸗ ligion gehoͤrt ein großes Buch, welches ſie fuͤr heilig halten. Dasſelbe hat ein alter Mann in Verwahrung und er allein darf es beruͤhren. Sein Geſchaͤft iſt, 47. B. Perſien. II,. 2. 5